Gleiche Ausgangslage?
Wir haben das für einen Betrieb in Landmaschinen, Motorgeräte und Bohrtechnik gebaut.
Fallstudie · Landmaschinen, Motorgeräte und Bohrtechnik · Waldkirch SG · 2026 · 3 Min. Lesezeit
Vier Kundschaften auf einer Domain, jede mit eigenem Weg zum Fachmann
Ein Landwirt mit stehender Maschine und ein Bohrunternehmer aus Norddeutschland suchen im selben Betrieb zwei völlig verschiedene Dinge. Keller Landtechnik in Waldkirch führt vier Bereiche unter einem Dach, mit einem Team und einem Ersatzteillager. Die Website musste beide Wahrheiten gleichzeitig tragen.
- 1'551
- Aufrufe der Team-Seite — die Gesichter hinter dem Betrieb
- 1:22 Min.
- Ø Interaktionsdauer auf der Team-Seite, die höchste aller Seiten
- 439
- Aufrufe der Kontaktseite mit den Direktnummern
Keller Landtechnik in Waldkirch SG vereint vier Geschäftsbereiche mit unterschiedlicher Kundschaft in einem Betrieb. Statt aller zwanzig Unterseiten in einem Mega-Menü wechselt die Navigation den Kontext: Auf der Dachseite wählt der Besucher den Bereich, danach navigiert er nur noch in diesem Bereich, und der bereichseigene Kontakt-Button heisst überall anders — «Zum Spezialisten», «Anfahrt und Öffnungszeiten», «Demo anfragen», «Unterlagen anfragen». Alle vier Bereiche liegen als Unterordner auf einer Domain, nicht auf Subdomains.
Ausgangslage
Ein Landwirt steht am Dienstagmorgen mit einer defekten Maschine auf dem Hof, das Wetterfenster hält bis Freitag. Er sucht keine Marke und keine Modellpalette, sondern eine Werkstatt in der Nähe und die Nummer eines Menschen, der entscheiden darf. Zwei Türen weiter im selben Betrieb kauft ein Bohrunternehmen aus Norddeutschland Sondenhaspeln — europaweit, mit Wochen Vorlauf und ganz anderen Fragen.
Keller Landtechnik in Waldkirch führt vier solche Bereiche: Landtechnik, Motorgeräte, den Schweizer Westermann-Import und die Bohrtechnik. Vier Kundschaften, vier Reichweiten, vier eigene Farben laut Markenrichtlinie — operativ aber ein Team, ein ERP, ein Ersatzteillager. Vier Bereiche mit je fünf Seiten sind zwanzig Unterseiten, die sich strukturell gleichen und inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. Und der teuerste Fehler war benannt, bevor die erste Zeile stand: ein Kunde mit einem Westermann-Anliegen, der beim Werkstattleiter Landtechnik anruft.
Vorgehen
Strategie und Struktur vor Design, Bereich für Bereich, mit möglichst wenig Aufwand auf Betriebsseite. Vier Entscheidungen tragen den Auftritt.
Die Navigation wechselt den Kontext, statt alles gleichzeitig zu zeigen
Auf der Dachseite navigiert man zwischen Bereichen, innerhalb eines Bereichs nur noch in diesem Bereich. Der Ausgang bleibt sichtbar, aber klein: ein zurückhaltender Aufklapper «Alle Bereiche» mit Farbpunkt und einem Satz Zielgruppensprache. Ein Mega-Menü mit zwanzig Links wäre die Standardlösung und hier die falsche — die Bereichswahl ist eine einmalige, bewusste Entscheidung, keine, die man im Vorbeifahren trifft.
Damit niemand vergisst, wo er ist, laufen drei Signale parallel: ein Farbband unter der Navigation, der Bereichsname im Logo-Lockup und ein Breadcrumb auf jeder Unterseite. Farbe allein ist für Menschen mit Farbsehschwäche wertlos.

Der Kontakt-Button heisst in jedem Bereich anders
Die vier Bereiche haben vier verschiedene Ziele, also vier Beschriftungen: «Zum Spezialisten» in der Landtechnik, weil dort der Anruf bei der richtigen Person das Ziel ist. «Anfahrt und Öffnungszeiten» bei den Motorgeräten, weil dort der Besuch im Laden zählt. «Demo anfragen» bei Westermann, weil die Vorführung der bewährte Verkaufsschritt ist. «Unterlagen anfragen» in der Bohrtechnik, als passende Mikroverpflichtung für einen Fachkäufer. Alle führen auf die Kontaktseite des Bereichs; nur die Beschriftung entscheidet, ob geklickt wird.

Die Kontaktseite stellt die Direktnummer vor das Formular
Wer diese Seite öffnet, hat sich entschieden und will nur noch wissen: Wen rufe ich an, ist jetzt jemand da, und werde ich abgewimmelt? Primärer Weg ist deshalb die Durchwahl der zuständigen Person mit Gesicht und Funktion, nicht ein Formular an eine Sammeladresse. Das Formular bleibt der gleichwertige Kanal für alles, was nicht dringend ist oder nach Feierabend hereinkommt. Auf dem Handy steht der Bereichs-CTA dauerhaft in einer Leiste am unteren Rand — die Zielgruppe liest im Fahrzeug, nicht am Schreibtisch.

Bewusst nicht gebaut
Kein eigener Online-Shop und keine eigenen Modellseiten: Hersteller und Ersatzteilportal werden verlinkt, Occasionen laufen über Agropool. Kein Anmeldetool für die Landtechnik-Werkstatt, weil in der Saison der grösste Teil des Tages nicht planbar ist. Keine Subdomains, weil vier schwache Adressen schlechter ranken als eine starke.

Woran wir es messen
Dachseite, Kontakt, Team, FAQ und News sowie der Bereich Landtechnik sind live; Motorgeräte, Westermann und Bohrtechnik folgen gestaffelt und zeigen bis dahin eine Zwischenseite mit der Direktnummer.
Was die Zahlen zeigen: Die Team-Seite ist mit 1'551 Aufrufen die zweitmeistbesuchte Seite des Auftritts, und mit 1:22 Minuten Ø Interaktionsdauer die Seite, auf der die Leute am längsten bleiben — länger als auf der Startseite (37 Sekunden) und länger als auf den News (38 Sekunden). Die Entscheidung, den eigenen Betrieb und die Leute zu zeigen statt der Modellpalette, ist damit die belegteste des ganzen Projekts. Die Kontaktseite mit den Direktnummern kommt auf 439 Aufrufe. Alle Werte aus GA4, 1. Januar bis 9. September 2026.
Was die Zahlen nicht zeigen: ob die Anfragen jetzt direkt beim richtigen Werkstattleiter landen. Das ist das eigentliche Ziel und es ist nicht gezählt — in GA4 sind keine Schlüsselereignisse konfiguriert, und Anrufe sieht die Statistik ohnehin nicht. Diese Zahl kommt aus der 3CX-Anlage, sobald alle vier Bereiche live sind.
Wie gemessen wurde
Gezählt in GA4 über die Property des Betriebs, 1. Januar bis 9. September 2026, alle Nutzer. Der Zeitraum umfasst alte und neue Seite; ein Vergleich vorher/nachher ist daraus nicht ableitbar, die Werte sind Absolutzahlen. Schlüsselereignisse sind in GA4 nicht konfiguriert, Anrufe und Formulare zählt die Statistik deshalb nicht.
- 1'551
- Aufrufe der Team-Seite — die Gesichter hinter dem Betrieb
- 1:22 Min.
- Ø Interaktionsdauer auf der Team-Seite, die höchste aller Seiten
- 439
- Aufrufe der Kontaktseite mit den Direktnummern


Häufige Fragen aus der Branche
Braucht ein Betrieb mit mehreren Geschäftsbereichen mehrere Websites?
In der Regel nicht. Vier Bereiche als Unterordner einer Domain teilen die Suchkraft der Domain nicht auf, brauchen ein Team- und ein FAQ-Verzeichnis statt vier, und ein Mitarbeiter, der in zwei Bereichen arbeitet, wird einmal gepflegt. Vier Subdomains verdoppeln die Pflege und schwächen jede einzelne Adresse.
Was bringt eine Website, wenn die Kundschaft ohnehin anruft?
Sie entscheidet, wer angerufen wird. In einer Werkstatt ist jeder Anruf, der zuerst im Büro landet und weiterverbunden werden muss, doppelte Arbeit. Steht die Direktnummer der zuständigen Person auf der Seite, kommt derselbe Anruf beim Richtigen an — die Website reduziert nicht die Anrufe, sondern die falsch geleiteten.
Müssen alle Maschinen und Modelle auf die eigene Website?
Nein. Hersteller wie Claas pflegen ihre Modellseiten selbst und aktueller, als ein Händler es kann. Sinnvoller ist ein schneller Weg zur Herstellerseite und zum Ersatzteilportal, statt eine eigene Modellpalette, die nach einem Jahr veraltete «Neuheiten» zeigt.
Was kostet eine Website mit mehreren Geschäftsbereichen?
Bei uns liegt ein solches Projekt zwischen 8'000 und 16'000 Franken, je nach Zahl der Bereiche, Umfang der Texte und Aufwand für Bilder. Der Fixpreis steht nach dem Strategie-Workshop und ändert sich danach nicht.
Was macht der Betrieb selbst, und was kommt von der Agentur?
Die Struktur — Bereiche, Navigation, Seitenaufbau, Texte — kommt von uns. Vom Betrieb kommen die Liste der Dienstleistungen pro Sparte, die Ansprechpersonen und die Freigaben. Bei Keller Landtechnik gingen Dachebene und der Bereich Landtechnik zuerst live, die übrigen drei folgen gestaffelt; so muss niemand auf alles warten.
Wer pflegt die Inhalte danach?
Der Betrieb selbst. Team, FAQ und News liegen im CMS, jeweils mit einem Bereichsfeld: Ein Eintrag wird einmal erfasst und erscheint in jedem Bereich, dem er zugeordnet ist. Saisonale Hinweise laufen zwei bis drei Wochen und verschwinden wieder.
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